Da das spannendste heute war, dass ich ein Multinetzteil und zwei Kabel in mein Schreibtisch-Setup integriert habe und da ich mich sowohl aus Vernunftgründen als auch wegen fehlendem schriftstellerischen Talent nicht in der Lage sehe, mein Glück darüber angemessen zum Ausdruck zu bringen, gibt’s heute nix zu erzählen.
Es war ein guter Tag.
Zeugs
Gut passend zu dem Thema »„KI“* ist frauenfeindlich« von gestern ein Artikel über ideologisierende Verhaltensweise bei TechBros, den ich in Johannes Link-Sammlung fand:
Es gibt ein Muster in Tech-Communities, das man irgendwann nicht mehr übersehen kann: Aus einer technischen Präferenz wird eine Weltanschauung. Aus einem sinnvollen Prinzip wird ein Dogma. Und aus dem Wunsch, Dinge besser zu machen, kippt es bei manchen in einen Alles-oder-nichts-Maßstab: Entweder du machst es exakt so – oder du bist »inkonsequent«. Ab da geht es nicht mehr um Einordnung, sondern um Zugehörigkeit. Wer die »richtige« Lösung nutzt, ist Teil der Guten. Wer abweicht, gilt schnell als ahnungslos oder unwillig. Alternative Ansätze werden nicht mehr als legitime Abwägung betrachtet, sondern als grundsätzlich falsch oder nicht akzeptabel.
Mike Kuketz:
Das Toleranzproblem der Tech-Szene: Menschen mitnehmen statt belehren
Wobei ich ergänzen möchte, dass ich dieses Überhöhungsverhalten natürlich auch an anderen Stellen beobachte – in der Politik, bei Themen wie Feminismus oder der „Butter unter Nutella“-Frage; letztere beweist vor allem, wie vollkommen normalisiert sich dieses Verhalten inzwischen anfühlt.
Kurzer Einschub: Natürlich bin ich nicht der erste, dem auffällt, dass „KI“ frauenfeindlich ist. Thomas hatte dazu letztens quasi schon einen eigenen Themenschwerpunkt:
Internet ist kaputt, und die KI hat ein Problem mit Frauen
Ich muss gestehen: das Fazit des oben verlinkten Artikels klingt mir ein bisschen zu sehr nach: Wir müssen halt Menschen mitnehmen und netter kommunizieren. Genau, weil das auf allen anderen, ideologie-besetzten Themenfeldern ja auch so gut klappt. Womit die Überleitung zu Frau Nuf perfekt ist, denn die schreibt über „Wie können wir die Männer motivieren?“
Die beim Beispiel „Elternzeit“ resigniere Antwort:
Im Väterreport 2023 werden Vätertypen zusammengetragen.
29% aller Väter sind „überzeugte Rollenbewahrer“. Die haben exakt Null Interesse daran, dass sich an der Verteilung von Erwerbsarbeit und Sorgearbeit etwas ändert.
19% sind „etablierte Konventionelle“. Auch sie sind „vergleichsweise wenig in die Betreuung ihrer Kinder involviert. […] Die meisten haben keine Elternzeit genommen und dies wäre auch nicht infrage gekommen.“
(Persönlich finde ich ja, das klingt exakt wie die „überzeugten Rollenbewahrer“?)20% sind „zufriedene Pragmatiker“: „Die zufriedenen Pragmatiker sind weder besonders egalitär noch besonders konservativ eingestellt. […] 22 % übernehmen etwa die Hälfte der Kinderbetreuung“. Wenn man den ganzen Text liest, klingt das wie „solange die Alte nicht nervt, kann sie machen was sie will.“
Bleiben 32% Männer („urbane Mitgestalter und „überzeugte Engagierte“), denen etwas an Gleichberechtigung liegt. Grob hat hier jeder 2. Elternzeit genommen… äh ja gut. Wow.
Das Nuf:
Für mich heißt das: Es sind überhaupt nur die Hälfte der 32% ernsthaft an Gleichberechtigung interessiert.
Wie können wir die Männer motivieren?
Wissen Sie, der Wunsch nach Dänemark zu ziehen hat zwar viel aber im Vergleich fast am wenigsten damit zu tun, dass der Weg zur Ostsee näher und Pølser & Matilde in jedem Supermarkt zu finden sind. Er hat damit zu tun, dass dort eine anderen Grundeinstellung herrscht. Aber wie komm ich nur jetzt darauf?
*) Ja, ich hab mir jetzt endlich eine automatische Textersetzung von KI zu „KI“ gemacht.
Schaffen wir die 3000 Streams?
Das neue Album CIRCLES & SQUARES.
Seit dem 26.1. auf diesen und allen anderen Streaming-Diensten.


Zum normalisierten Überhöhungsverhalten: Das zeigt sich, finde ich, unter anderem in der völlig inflationär benutzten Formulierung „bist du Team X oder Team Y?“, bei welchem Thema auch immer. Eine an Schwachsinn grenzende Vereinfachung von Komplexitäten, alles in Dichotomien aufteilen zu müssen, egal ob Nutella oder Sportvorlieben oder Wärmepumpen oder Gaza, ALLES ist schwarzweiß, klar, die/der andere ist halt nicht in meinem „Team“, können wir den Dialog also einstellen, supi. Nervt mich schon lang zu Tode.
Schöner lässt es sich nicht zusammenfassen.