Da wir aktuell unser stellenweise etwas in die Jahre gekommenes Bad ein wenig pimpen wollen und uns weder die in Bau- noch in anderen Märkten angebotenen Lösungen zusagen, haben wir in den letzten Wochen so lange Ideen gesammelt, bis wir das richtige Holz, das richtige Becken und vor allem die richtige Armatur wussten.
Keramik und Stahl sind schon gekauft, der Holzunterbau existiert immerhin schon im Zeichenprogramm und eigentlich könnten wir auch beim Holz-Zuschnitt bestellen, wenn wir nur eine Ahnung gehabt hätten wohin damit, denn die Werkstatt in der Garage … nun …
Wissen Sie, es gibt doch so Räume, die benutzt man nicht so oft; aber hin und wieder holt man dann etwas heraus und sortiert es aber nach der Benutzung nicht wieder richtig weg und dann steht alles in einer Kiste im Raum herum, gleich vor der anderen Kiste vom letzten Mal und auf der vom vorletzten Mal – Sie kennen das doch bestimmt auch, oder? ODER? – und jedenfalls hatte ich gestern mutig den Beschluss gefasst, da heute mal richtig aufzuräumen.
Und jetzt sind der kleine Hammer, den ich letztens so gesucht habe, als ich die Bilderwand (Bild 5 hier) erweitern wollte und die Zange, die ich am gleichen Tag sehr verzweifelt vermisste, wieder da. Auch die Angst, dass ich den Akkuschrauber nie mehr im Leben aufgeladen bekomme, ist jetzt weg – bzw das Ladegerät wieder aufgetaucht. Wo wir dabei waren haben wir außerdem beschlossen, dass die Regalwinkel, die der Vorbesitzer mir 2005 hinterlassen hatte, auch in den nächsten zwanzig Jahren nicht zum Einsatz kommen werden und sich sage Ihnen: ADHS ist manchmal gar nicht so lustig, wie man manchmal so denkt.

Danach gabs Kaffee und ein Sandwich in der Stadt, Kuchen für später wurde erworben, wir trafen einen alten Bekannten und merkten, dass manche gegenseitige Zuneigung locker 20 Jahre des nicht-Sehens überstehen können und standen eine halbe Stunde in der Bäckerei im Weg und schnackten. Wie so alte Leute. Das war schön.
Eventuell bin ich zu Hause kurz eingenickert, als ich mich zum Nachdenken über irgendetwas außergewöhnlich Wichtiges am Kopfteil des Bettes anlehnte, dann gabs den Kuchen, ein wenig Herumprötteln hier und da, bloggen und später dann wohl Blade Runner.
Blade Runner, weil – Achtung es kommen weitere Personen ins Spiel – der alte Bekannte ebenso wie die Liebste von unserem Lieblingsregisseur angefragt worden war, vielleicht 2027 oder 28 bei einem Stück mitzuwirken. Er hatte dann man das entsprechende Buch angefangen und nach 20 Seiten sofort Ideen für eine Musik dazu. Was deswegen so bemerkenswert ist, weil ebenfalls ich das Buch kurz angelesen hatte und seit ein paar Wochen dabei bin, Musik dafür zu schreiben und zu produzieren. Wir mussten beide lachen, vor allem, als wir vollkommen einig war, dass das Stück ziemlich dystopische Musik braucht und Vangelis mit seiner Blade-Runner-Vertonung da schon eine solide Inspiration sein könne.
Wissen Sie, bis auf das winzige, bestimmt vollkommen unwichtige Detail, dass ich den Regisseur noch nicht gefragt habe, stelle ich mir das nämlich a) sehr famos vor, mal wieder Theater-Musik Musik zu schreiben und b) vielleicht sogar dann abends, wenn die Leute noch begeistert vom Theaterstück sind, die CDs mit der Musik auf einem kleinen Merch-Stand zu verkaufen. Wie gesagt, ich muss das nur noch kurz was abklären, aber die Ideen sprudeln wie bekloppt. Manchmal ist ADHS nämlich sehr viel geiler als man meist so denkt.
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