12.9.2019 – keine Schlange vor den Schlangen

Heute wäre ja 12/12 im Bloghausen, aber weil ich so konsequent mein Leben zu langweilig finde mache ich ja nie mit. Und dann passiert sowas wie heute, wo es dann nicht zu langweilig gewesen wäre, aber … nun denn.

Um wenigstens noch etwas Feriengefühl zu bekommen hatte ich mir den Vormittag frei genommen und mit der Liebsten einen Ausflug geplant. Eigentlich können wir das ja prima, mit diesen Ausflügen – vor allem während der Sommerferien. Aber das haben wir ja dieses Jahr irgendwie nicht hinbekommen. Da sie aber noch bis morgen krankgeschrieben ist – und man ja auch zum Ende einer Krankschreibung hin langsam mal wieder was unternehmen soll – hab ich mich geopfert.

Außerdem wollten wir schon ewig in den Aquazoo in Düsseldorf. Der war ja von 2013 bis 2017 komplett renoviert worden und danach las man, man müsse mit wirklich, wirklich langen Schlangen vor den Kassen rechnen und es sei immer furchtbar voll. Nun, in der zweiten Woche nach den Sommerferien an einem Donnerstagmorgen hielten wir diese Gefahr für gering und fuhren mal hin. Und richtig: Der Parkplatz war quasi leer und wir konnten uns – hihi – auf die Schlangen im Innern freuen.

Tja, wie sag ich’s nur, wie sag ich‘s nur? Ach ja – wir beschlossen: Wir sind zu verwöhnt. Wir haben uns daran gewöhnt, in Aarhus in einem mit zwei Michelin-Sternen dekorierten Naturkundemuseum oder in den Vorzeige-Kunst-Museen in Köln, Aachen, Amsterdam oder ebenfalls Aarhus herum zu laufen.
Vor allem haben wir die Museumsdidaktik einfach nicht verstanden. Also: Verstanden schon, so intellektuell. Aber wir fanden sie so furchtbar verkopft, so sehr mit „DU! MUSST! HIER! WAS! LERNEN!“ – uns fehlte die dänische Leichtigkeit.
Und die pure Anzahl an „Exponaten“ macht für mich eine maue Präsentation auch nicht wett.
Erzählen Sie mir gerne, wenn Sie das anders sehen, vielleicht haben wirs ja auch nur nicht begriffen.

Tja. Shit happens.

Danach waren wir noch einen wirklich guten Burger im Medienhafen essen und begaben uns auf die Heimfahrt.

Mit Minze im Eistee!

Auf der Rückfahrt drängelte mich ein SUV. Versuchte auch, mal rechts zu überholen, aber dafür waren die Lücken zu klein, denn: Rechts waren so viele LKWs, dass ich deswegen links blieb, weil ich eigentlich ständig überholte. Auf der ganzen Strecke war ein Tempolimit und ich hatte den Tempomat auf Tempolimit plus 5 gestellt und ich erzähl das auch alles nur, weil er dann in dem Kreuz, als unsere Wege sich trennten, an uns vorbeischoß und dabei noch eifrig Fotos von uns machte.
Ich freue mich auf den Anhörungsbogen der Polizei, der dann ja vermutlich irgendwann eintrudeln wird und bin gespannt, was draufsteht. „Provozierendes Einhalten des Tempolimits“ vielleicht? Vielleicht hat ihn auch mein Abstand zum Vordermann gestört. Im Gegensatz zu den fünf Metern, die er für ausreichend hielt, war das natürlich ekelerregend viel – denn mein Tempomat hält stur den halben Tacho Abstand nach vorne.

Danach eventuell ein kurzes Schläfchen und dann marschierte ich ein Treppchen hoch und begann, die Texte, die ich von einem Kunden bekommen hatte in die bereits aufgebaute Site zu kopieren.
Und merkte leider mal wieder, dass es sich wirklich lohnt, professionelle Texterinnen zu beschäftigen. Ich arbeite da ja seit Jahren mit einer sehr geschätzen Kollegin zusammen, die angenehm lesbar mit Blick auf Zielgruppe und SEO schreibt. Ich habe zwar inzwischen mein Lieblings-CMS so gepimpt, dass ich sogar echte „Bleiwüsten“ durch Abschnitte, Farben, Spalten und andere Gestaltungsmittel irgendwie auflockern kann – aber tolle, mitreißende Texte werden so halt auch nicht draus.*

Gleich beginnt The Voice of Germany und ich freue mich sehr darauf.

*) Natürlich ist das nicht wirklich heute, sondern irgendwann anders passiert. Zur Anonymisierung meiner Kundinnen habe ich eine Auswahl von Geschichten, die so passieren und die ich dann zeitlich und räumlich schiebe, verfremde, wild mixe und dabei eine neue „Wahrheit“ herauskommt, die nichts mit dem konkreten Tag zu tun hat. Aber insgesamt, über die Zeit trotzdem weder gelogen noch über- oder untertrieben ist. Ich hoffe Sie verstehen das.

2 Kommentare

  1. Hach ja, Geschichten von deutschen Autobahnen. Ich hab es eigentlich geschafft mich über nix mehr aufzuregen bzw. nicht viel stressen zu lassen. Ausnahmen gibt’s aber immer, so wie heute kurz auf dem Rückweg, als ich mit bestimmt 120 zwei LKWs überhole. Seh zwar weit hinten ein Auto auf der linken Spur kommen, denke aber, der sieht mich ja auch und kann doch erst mal davon ausgehen dass ich dann auch schnell wieder rechts einschere. Ich bin halb am vorderen LKW vorbei, Blinker schon gesetzt, da hängt der SUV dennoch gefühlt nur 1 m hinter mir. WTF? Ich versteh diese Typen einfach nicht…

    1. @Susanne: Aufgeregt hat mich das auch nicht, ich habe es während der Strecke amüsiert bemerkt und dann eben gesehen, wie er mich fotografierte. Aufgeregt und gestresst hat mich der Typ, der das damals bei Tempo 185 machte …

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