11. – 13. 7. 2025 – Chronistenpflicht.

Freitag: Um elf kommt die Liebste nach Hause und hat jetzt sechs Wochen unterrichtsfreie Zeit vor der Nase. Wir feiern das erst mit Frühstück, eine von uns schläft erstmal ausgiebig, dann landen wir in der Eisdiele.
Wir haben dort einen „wir immer?“-Status erreicht und genießen das sehr. Ich wollte schon immer irgendwo einen „Wie immer?“-Status haben und dann nicken und was spricht dagegen, ihn in der Eisdiele zu haben?
Sie hat abends noch ein Date mit zwei anderen Lehrerinnen, ich eins mit den überbackenen Tortellini mit Brokkoli aus der guten Pizzeria und insgesamt ist es eigentlich ein sehr entspannter Tag – nur von der Seitenlinie wirft mir die Arbeit große Stolpersteine aus der Kategorie „Das wird noch richtig mies enden“ zwischen die Füße. Zwei verschiedene Dienstleister machen ihre Arbeit nicht so wie sie wollten und ich bin in beiden Fällen nicht verantwortlich, strenggenommen nicht mal direkt beteiligt. In beiden Fällen denken aber alle ich wäre verantwortlich und ich such besser schon mal die Mails der letzten vier Monate heraus, in denen ich vor dem jetzt eingetretenen Fall gewarnt habe aber beiseite gewischt wurde: Man habe das ja im Griff.
(Schwester S.-Tonfall): Ja. Klar.


Samstag: Um elf treffen wir uns mit einer Bekannten im Eiscafé, denn sie fährt in einer Woche nach Aarhus und wir hätten doch bestimmt ein paar Tipps? Ja. Klar! Meine „Wie immer?“-Bestellung enthält Alkohol und ich habe nicht nur einen „Wie immer?“-Status, sondern auch ein „Aber nicht vor mittags, oder?“ und besser kann der Tag nicht werden.
Wir drei sitzen fast drei Stunden, reden viel über die Herzstadt am Kattegat aber auch über dies, das und jenes und sogar das Sommerfest auf dem Platz 30m weiter samt Feuerwehrsirene für die Kleinen kann uns nicht stören.
Danach ein kurzer Abstecher zum Baumarkt, denn ich brauche ein bisschen Holz und ein kurzer Besuch in der Schule, denn dort müssen die Möbel in einer ganz bestimmten Ordnung stehen, damit der Raum bei der jährlichen Grundreinigung nicht übergangen wird
Und sogar noch ein kurzer Abstecher zu Ikea, der aber ergebnislos verläuft, weil wir nicht mal einen Parkplatz bekommen und lieber wieder nach Hause fahren, als uns in diesen Großkampftag zu stürzen. Erster Samstagnachmittag in den Ferien – man hätte es wissen können. Bestimmt alles Lehrerinnen und das will wirklich niemand.
Abends erst eine Beach-Boys-Doku und dann ein Iron-Maiden-Konzert auf dem Bildschirm, gefolgt von einer längeren Unterhaltung darüber, warum ich im Gegensatz zu allen anderen Menschen „God only knows“ von den Beach Boys nicht für das beste Pop-Rock-Lied der Welt halte. Ich erwähnte ja schon mal: Die Liebste ist da in einen Pop-Podcast abgetaucht und erfährt dort viele der Weisheiten, die Musikredakteurinnen im öffentlichen Rundfunk für Allgemeinwissen halten.
Ich hingegen kann weder mit der Idee, dass die Beach Boys irgendwie was besonderes sind, noch mit dem Song was anfangen und ich hoffe, Herr Buddenbohm ist jetzt nicht eingeschlafen. Es wäre mir sehr unangenehm.
Und der beste Rocksong der Welt ist natürlich „Because the night“.


Heute dann das, was wir sonntags am besten können: Hinter die holländische Grenze gefahren, süßen Kakao getrunken, ein undefinierbares, zweistöckiges Brot-Konstrukt mit Avocado, Pilzen, Kräutern, Salat und Sauce Hollandaise gegessen und dann im Record-Shop frisches Vinyl besorgt. Ich habe sogar noch einen Rest vom RecordStoreDay ’25 gefunden.
Auf dem Rückweg so langsam in die übliche Sonntagsabend- bzw. nächste-Woche-Panik eingeggrooven? Ja, klar – es muss ja alles seine Ordnung haben.
10 office days to go.

2 Kommentare

  1. Im Blog „Frische Brise“ aus Wismar habe ich kürzlich eine 5-teilige Reisebeschreibung nach Aarhus gelesen. Die waren auch ganz begeistert von der Stadt. Vielleicht gibt es da für euch auch noch was Neues?

    https://frische-brise.blogspot.com/
    27.06.25 war der 5. Teil einach runterscrollen zu den anderen Teilen.

    1. Ja, hab ich gelesen :) Sie und ich haben auch vorher und währenddessen mal geschrieben und ganz eventuell bin ich ein winziges bisschen mitverantwortlich, dass sie da waren?
      Aber tatsächlich habe ich bei ihr noch etwas entdeckt, was wir noch nicht kannten zw aus einem Missverständnis heraus als uninteressant abgetan hatten. Pläne – so super!

Kommentare sind geschlossen.

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