11.11.2021 – Helau.

(Irgendwas mit mies und unruhig geschlafen)

Gestern Abend jemanden ausladen müssen, weil wir halt ein 2G-Haushalt sind. Scheiß Gefühl. Scheiß Situation. So sehr ich Saschas Wut nachvollziehen kann, so sehr fehlt mir im Moment jede konstruktive Idee, wie wir diese Gesellschaft wieder zusammen bekommen.
Außerdem weiter Familienzeugs.

Der Tag begann mit ein paar aufgeregten aber vorbildlich strukturierten Mails, weil eine Website „weg war“. Dank der guten Vorarbeit konnte ich in drei Minuten die Inhalte wieder sichtbar machen – nur das WordPress-Theme von 2011 wird wohl nie wieder laufen.
Nach zwanzig Jahren in dem Job mag ich mir ehrlich gesagt sehr dabei zuschauen, wie dann gar keine Unruhe aufkommt, sondern ich Plan A, B und C abarbeiten kann.
Und ja, natürlich gibt es auch Anrufe, die sofortige Unruhe auslösen. Aber viele Fehler sehe ich halt nicht zum ersten Mal.
Und ja, ebenso natürlich beginne auch ich nach dem Scheitern von Plan C schreiend in kleinen konzentrischen Kreisen um den Schreibtisch zu rennen. Was dachten Sie denn?

Vormittags stand ein Termin im Kalender, bei dem ich mir ein selbstgebautes CMS ansah, um eventuell die Website zu übernehmen. Voll interessant, wie andere Menschen arbeiten (dieser Satz beinhaltet keinerlei negative Wertung).

Dann zweieinhalb Stunden telefoniert; danach irgendwie leer gefühlt und für eine Pause in Richtung Herbstwald in Bewegung gesetzt.

In den IG-Stories einer von mir eigentlich sehr gemochten Celebrity auf fröhliche Bilder von der Sessionseröffnung in Köln gestoßen und ganz eventuell so entgeistert gewesen, dass ich ihr schrieb. Freundlich, kein Gepöbel und natürlich weiß ich, dass das exakt gar nichts ändert. Musste wohl in dem Moment raus.

Nachmittags endlich mal wieder was anderes als Kleinkram auf Zuruf. Wir hatten ja gestern unsere PowerPoint gezeigt und jetzt ist es soweit: Eines der Projekte aus der Warteschleife ist soweit, dass ich Code schreiben kann. Losarbeiten kann. Das find ich schön.
Jetzt liegt da schon mal ein Vorschaubereich mit meinem vorbereiteten ProcessWire-Theme* drin und wartet auf Style und Inhalt.

*) Heißt bei PW nicht so, funktioniert aber so.

Meine Internetbubble* ist sich relativ einig, dass man Rücksicht auf neurodivergente Menschen nehmen sollte. Zum Beispiel eben auch alternative Kommunikationsmöglichkeiten abieten, wenn jemand sich mit klaren, freundlichen Worten etwas anderes wünscht.
In den letzten Tage erlebte ich dann, dass auch diese Rücksicht Grenzen hat, als eine Lehrerin sich in klaren, freundlichen (naja, okeee) Worten bestimmte (vielleicht altertümlich wirkende) Kommunikationswege wünschte. Ihr Brief wurde fotografiert und unter entsprechenden Beschimpfungen durchs Dorf getrieben.
Achtsamkeit ist keine Einbahnstraße“ würde vielleicht ich auf ein Sharepic schreiben, schriebe ich Sharepics. Und denke weiter: DAS ist die wirkliche Schwierigkeit im Zusammenleben: Wenn verschiedene Interessen aufeinanderprallen.

*) Falls Sie selbst Teil dieser Internetbubble sind, sind Sie natürlich nicht gemeint.

Zeugs

Musiktipp des Tages:
(Oh! Mein! Gott! DA möchte ich auch mal spielen!)

Sie finden gutes altes Tagebuchbloggen gut?
Hier können Sie mir ’ne Mark in die virtuelle Kaffeekasse werfen!
Oder – wenn Ihnen Geld zu unpersönlich ist – hier meine Wishlist finden; Sie finden dort formschöne und Freude-spendende Geschenke zwischen acht und sechstausend Euro.

6 Kommentare

  1. Ruhe, die aus Erfahrung resutiert: Einer der vielen unschlagbaren Vorzüge des Älterewerdens.

    Grundschulkommunikation: Ich persönlich finde es grundsätezlich richtig und wichtig, die Kinder mittels handschriftlicher Heftnachrichten mit in die Verantwortung gelingender Kommunikation zu nehmen; neben einigen anderen Aspekten gehört da auch dazu, das nicht mehr nur digital an den Kindern vorbei über sie gesprochen wird, sondern halbwegs mit ihnen.

    Nicht?

    Träumchen wäre natürlich, die Kinder würden parallel an digitale Kommunikation herangeführt.

    Wäre. Würden.

  2. „Gestern Abend jemanden ausladen müssen, weil wir halt ein 2G-Haushalt sind. Scheiß Gefühl. Scheiß Situation.“
    Hmm … ich hoffe, dass das Unzufriedenheit ausdrückt und nicht schlechtes Gewissen. Hauptargument der Nicht 2G-ler ist doch immer, dass jeder wie er möchte entscheiden darf/soll und daher finde ich ischmöschtedasnischt gilt auch für meine Wohnung bzw. Umgang. Mittlerweile bin ich da leidenschaftslos und teile es halt mit, möglichst ohne Diskussion … weil derer bin ich auch müde und möchte meine Lebenszeit besser nutzen.

    1. Das drückt vermutlich eine Menge aus – eine wilde Gemengelage zwischen Unzufriedenheit, auch Müdigkeit, Gewissen (in welcher Richtung auch immer), Unsicherheit, Traurigkeit, Verwirrung, …
      Zum einen ist die Situation doof, weil wir alle (viele von uns als Gesellschaft und konkret wir in unserem Freundeskreis) nicht sehr gewohnt sind, in einen richtigen Konflikt zu gehen und den dann gut zu lösen. Gesamtgesellschaftlich beobachtet eskalieren ja viele solcher Konflikte sofort und durch langjährige Freundschaften kommt man erstaunlich gut ohne angesprochene Konflikte.

      Inhaltlich sind wir hier in dieser Situation vollkommen klar.
      Und (nicht „aber“): Wir fühlen uns für diese Freundschaft verantwortlich, so wie für jede Beziehung, die wir pflegen. Und da ghört auch zu, den richtigen Tonfall zu treffen, die Wertschätzung gegenüber der Person zum Ausdruck zu bringen aber den Standpunkt trotzdem genau so deutlich.
      Und dieses Thema ist so vermint, wir haben die Freundin länger nicht gesprochen und wissen nicht, wie viel Gegenwind sie dafür bekommt, wie sehr ihre Position schon Trotzhaltung oder Querdenkefolgen hatte – es ist ein weites Gebiet – und ich möchte sie als Freundin absolut nicht verlieren. Nur aktuell nicht treffen. Nicht einfach auszudrücken, wenn man nicht weiß, in welcher Stimmung man die andere trifft.

      Dazu kommt in dem Moment ja auch noch die Reaktion des Gegenübers: Motz diejenige los, versteht sie es nicht, geht sie in den Streit? Da hat man dann evtl auch hinterher was nachzudenken. Stichwort: „Warum tut sie das überhaupt????“

      Da ich nicht so sehr an das Konzept „Gegenrede“ glaube, würde ich eh nicht in eine „Diskussion“ gehen. Aber liebend gerne immer wieder in ein Gespräch, denn meine Lebenszeit ist immer sehr gut damit genutzt, wenn dort Beziehung zu Menschen passiert, gepflegt und gelebt wird.

  3. Ich finde, in Ihrem zweiten Absatz beschreiben Sie sehr gut, wie man das dem Gegenüber positiv rüberbringt. Kernaussage: „als Freundin absolut nicht verlieren. Nur aktuell nicht treffen.“
    Das sollte eine langjährige Freundschaft gut aushalten können. Und die, die es nicht tun … vielleicht hat man sich auch über Jahre/Jahrzehnte auseinanderentwickelt und es nicht mehr genügend gemeinsame Basis da. Mögliche schmerzhafte Erkenntnis, aber damit wertet man die gemeinsame Zeit der Freundschaft nicht ab, vielleicht ist sie nur vorbei.

    1. Oh, ich hatte da noch einen letzten Satz, den aber in Winkelklammern und vermutlich ist da was html-iges dagegen oder so …
      Hier also nochmal „Nicht, dass das Ihnen passieren möge“ … das mit dem vorbei und so.

    2. Ich glaube – ohne mich dafür jetzt loben zu wollen – dass das eine Unterscheidung ist die oft nützlich ist. Zwischen einer einzelnen Tat und dem Menschen. Geht gerade online gern mal verloren, diese Unterscheidung.

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