10.2.2024 – Kevin allein zu Haus

Erstmal morgens die Liebste zum Zug gebracht, die besucht nämlich die Supernichte in der fernen Stadt. Mon dieu, was hat sich Dortmund verändert; mon dieu, was ist dieser Bahnhof ein Loch. Am Schlimmsten finde ich, dass die Teile, die schon neu aus der Baustelle heraus kommen, noch genau so Loch sind, wie es vorher war.

Danach ausgiebigstes, eifrigstes Nichtstun.

Ein Stündchen beim Musikdistributor im Backend nochmal alles angeklickt, alle Einstellungen angesehen und noch ein paar Ergänzungen vorgenommen. Außerdem sind die ersten Einnahmen reingekommen. Wenn Sie noch ein paar Monate so weiter machen, dann kann ich in den Sommerferien die Liebste einmal zum Sushi-essen einladen; in other words: Machte ich es fürs Geld, wäre ich am Arsch.

Danach weiter ausgiebigstes, eifrigstes Nichtstun.
Kommen wir also zum …

Zeugs

Ein Programmtipp für Menschen, die ihre E-Mails gerne lokal sichern oder von einem Webhoster zum anderen umziehen möchten (und die mit einem Mac arbeiten):

We think the users should have sovereignty over their data. Horcrux Email Backup is the first step into our goal. Horcrux Email Backup lets you easily backup your emails onto your hard drive and make sure the data stored will be usable in case of an emergency.

Horcrux IMAP Backup

Bayern möchte seine eigene KI entwickeln um nicht „abhängig von den Tech-Giganten“ zu sein und damit ist eigentlich gesagt was man wissen muss, um zu verstehen, warum Deutschland digital so hinterherhängt. (siehe auch: BTX, fliegende Autos, Hybris, Dunning-Kruger)


Apropos „KI“ – ich habe aus Gründen seit Jahren einen GoogleAlert auf „Tina Dico“ laufen und stieß darüber letztens auf ein besonders widerliches Beispiel KI-generierter SEO-Arbeit. Auf dieser Seite finden Sie unendlich viele generische Beschreibungen einzelner Lieder. Alle vollkommen beliebig, alles vollkommen sinnlos. Ich begreife noch nicht ganz, welchen Zweck diese Site hat, aber ich mag sie nicht.


Jaja, Weihnachten ist, wenn die Menschen unter 40 zu den Eltern fahren, um dort die Geräte zu administrieren – kennen wir alle, wir haben sehr gelacht. Schon die Tatsache, dass dieses Meme es bis in die TV-Werbung geschafft hat, sollte ein Indiz dafür sein, dass es nicht mehr stimmt. Und wirklich: In Punkto Sicherheit sind Boomer weniger gefährdet als die GenZ, die „ja damit aufgewachsen“ ist:

Auch wenn jüngere Menschen mit dem Internet aufgewachsen sind, macht sie das nicht automatisch zu Experten für ein sicheres digitales Leben.
Die Generation Z fällt nicht nur auf Fake-News im Netz herein, sondern vernachlässigt auch ihre Cybersicherheit.

Imke Stock auf heise.de:
Cybersicherheit: Generation Z gefährdeter als Boomer

Und wo wir gerade schon so schön GenZ und Boomer gegeneinander ausspielen noch ein paar kluge Worte zur Forschung über Generationen und generationstypische Zuschreibungen:

Trotzdem kristallisiert sich für mich heraus: Hier arbeitet sich eine Gesellschaft an einem konstruierten Konflikt ab, der weder einen gewissen Geburtsjahrgang noch alle sozialen Schichten angemessen repräsentiert. Wir vertiefen Gräben, die eigentlich nicht da sein müssten. Das schluckt Kapazitäten, die wir für spannendere Diskussionen bräuchten.
Zum Beispiel darüber, wie wir zukünftig arbeiten wollen. Darüber, wie wir Menschen schulen können, Fake-News besser zu erkennen. Alle, nicht nur die Jungen. Oder darüber, wie wir angesichts von Rechtsruck und Klimawandel den Menschen, die nach uns kommen, eine lebenswerte Welt hinterlassen.

Emily Kossak auf krautreporter.de:
Okay, Boomer, beenden wir das

Bevor alle begriffen, dass wir in Deutschland ein ganz arges faschistisches Problem haben, gab es eine Bubble, in der es schick war, jemanden als Nazi zu bezeichnen – jedenfalls, wenn man z.B. Grammar- davor setzte und die andere einem eine missachtete Kommaregel im letzten Tweet erklärt hatte. Muss ich nix zu sagen, oder? Aber auch sonst ist es vielleicht wirklich nicht klug, zu sehr mit dem Begriff um sich zu werfen, meint Christian Buggisch:

Früher war es noch einigermaßen common sense, dass Vergleiche mit dem Holocaust, Hitler oder den Nazis keine allzu gute Idee, sind, aus mindestens zwei Gründen: weil man dem Gegenüber Unrecht tun könnte und weil man damit den Holocaust, Hitler und die Nationalsozialisten relativieren und verharmlosen könnte.

Christian Buggisch:
Alles Nazis!?

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1 Kommentar

  1. Ja, der Dortmunder Hauptbahnhof … ich selbst fahre lieber über Bochum und Hagen zu meinen Eltern, als in Dortmund umsteigen zu müssen.

    Zum Thema ,,Verwaltungs-KI“ las ich letztens, dass das Land BaWü eine generative KI (Sprachmodell) aufgesetzt hat (mir ist nicht bekannt, ob sie hochdeutsch spricht). Eigentlich eine ganz gute Idee, weil sie explizit zum Aus- und Herumprobieren gedacht ist.
    Lachen musste ich allerdings bei den Funktionen: Man kann sich sowohl längere Texte zusammenfassen, als auch aus ein paar Spiegelstrichen einen Fließtext generieren lassen (,,Vermerkomat“).
    Folgende Situation: Der Sachbearbeiter Herr Müller bekommt einen Text, zu dem er eine Stellungnahme verfassen soll. Also lässt er sich den Text von der KI zusammenfassen. Die Zusammenfassung lässt er dann zu einem Fließtext erweitern, den er dann an seinen Vorgesetzten schickt, welcher sich dann den Text wieder schön zusammenfassen lässt.
    Das spart eine Menge Zeit! :-)

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