Ja, genau, ein PPs zum Ps zu diesen beiden Artikeln (Konzertbesuch / Müssen kranke Menschen immer …).
Es ist mir – auf Basis einiger DMs und Mails die ich bekommen habe – wichtig, mal eben eines festzuhalten:
Ich schreibe das alles nicht, weil ich jammern möchte. Ich habe nichts zu jammern, mir geht es im Vergleich glänzend. Ich bin ein vollkommen priviligertes kleines Scheißerchen, ich habe grob geschätzt über 200 Stunden auf diversen professionellen Couchen verbracht und über Dinge gesprochen, ich habe dort lernen dürfen, dort verstehen dürfen, mich dort reflektieren dürfen, mich dort sicher fühlen dürfen in so einem phantastisch professionell geschützen Rahmen.
Circa die Hälfte davon habe ich selbst bezahlt, weil ich es mir leisten konnte.
Ich habe eine verbeamtete Gattin an meiner Seite und wir gemeinsam können auffangen, wenn ich mal nicht oder weniger arbeiten kann. Dank dieser vielen Stunden habe ich einen bestens gefüllten Werkzeugkasten an Wissen, Tricks, Tools, Skills – wie auch immer Sie es nennen möchten – um mich aus allen Löchern fast immer alleine rauszuholen. Und ich habe schon oft erfahren, dass dieser Werkzeugkasten da ist und funktioniert; vor fast drei Jahren habe ich beschlossen: Ich bin bulletproof.
Es gibt für mich keinen Grund zu jammern.
Und daraus folgt: Ich schreibe ja gar nicht für mich. Ich schreibe für die Menschen, die kein Blog mit recht ok-er Reichweite haben, für die, die niemanden mit unfassbar Verständnis an ihrer Seite haben, die sich keine private Therapie leisten können, die, die zusätzlich mit der Existenzangst leben müssen, wenn sie es morgens nicht aus dem Bett schaffen, die, die sich nicht sicher sein können, dass sie auch noch in einem Jahr in ihrem Haus auf dem Hügel leben werden, wenn dieser Tag schon wieder kein guter ist. Ich schreibe, damit alle, aber wirklich alle lesen können, wie es ist, wenn man mit einem nassen schwarzen Hund auf den Schultern lebt. Weil ich das Privileg habe, es aufschreiben zu können.
Deswegen sage ich immer, dass ich kein Mitleid brauche. Ich brauche, wir brauchen gesellschaftliche Veränderung.
Sie mögen das, wenn ich auch mal aus dem täglichen Alltags-Einerlei ausbreche und über Gott und die Welt nachdenke und möchten diese Arbeit unterstützen? Hier steht eine virtuelle Kaffeekasse!
Oder – wenn Ihnen Geld zu unpersönlich ist – hier ist meine Wishlist.

Danke für den letzten Satz. Und für die Texte über den nassen, schwarzen Hund. Sie eröffnen einen Blickwinkel darauf, wie es ist, wenn man eben nicht gesund ist. Ich empfinde Ihre Texte nicht als jammern, sondern als wertvollen Einblick, der Verständnis fördert.
Danke. Echt. Danke von Herzen für diese Rückmeldung.
Ich danke für und bewundere den Mut, das alles öffentlich zu machen. Wie sollen Nicht-Betroffene denn sonst Verständnis entwickeln , und damit meine ich ganz wörtlich „verstehen, was in jemandem vorgeht“? Oft ist es kein böser Wille, sondern schlicht Unwissen und der Eindruck, dass jemand zwar ein „Spezialthema“ hat, aber damit ja gut klarkommt. Weil nur das Ergebnis sichtbar ist: Ich war auf einem Konzert. Oder eine vermeintlich einfache Problemlösung: Ich musste mich nachmittags hinlegen. – Naja, das geht ja!
Ich habe ein ganz anderes Spezialthema und traue mich nicht, darüber im Internet zu schreiben. Aber ich wollte laut „ja“ schreien bei der Bemerkung, dass es schon schwierig wird, wenn eine Gruppe Gewohnheiten ändern müsste, damit man weiter dabei sein kann. Schon oft habe ich mir gedacht „Aber ihr wisst doch…“ …und sie wussten nicht, oder nicht genug.
Deshalb vielen Dank fürs Sichtbarmachen eines Spezialthemas. Damit es hoffentlich eines Tages nicht mehr so speziell ist.
So langsam komm ich mir ja irgendwie fangirlig vor, aber ich muss – nee, möchte schon wieder Danke sagen für dein immer wieder drüber schreiben. Und wenn du nicht auf Mastodon sagst, dass du gebloggt hast und ich da einfach einen Stern hinterlassen kann (aka „ich habs gelesen und für gut befunden“), mach ich es eben hier. Also: Danke.
Danke auch von mir für diesen und alle Texte zum Thema.
Ach, Ihr. <3
Ich kann doch nur nicht anders.