1.4.2026 – no joke

Heute Couch. Gehen Sie doch mal rüber zur Kaltmamsell – ihre Ausbeute aus den ehemalig sozialen Medien ist ja eh immer gut, aber diesmal wirklich von außergewöhnlicher Qualität.
Am meisten traf mich in seiner schlichten, von mir noch nicht im Zusammenhang gesehenen Wahrheit dieser Beitrag von Anne Roth:

Woke“ bedeutet übrigens, wachsam zu sein für Übergriffe und Repressalien von oder an unerwarteter Stelle. Ich sags nur.

Ich möchte gerne an die Sammlung noch einen Post anlegen; nicht ganz aus dem letzten Monat aber terminlich sehr fein wieder hervorgeholt:

Zeugs

Sie kennen das: Eine ganze Abteilung, Gruppe, Firma, Gesellschaft rennt hinter dem Erreichen irgendwelcher Kennzahlen hinterher und wenn man mal einen Schritt aus dem Gehechel heraustritt und nach dem Sinn fragt, dann reagieren zum einen alle, als hätte man gesagt, dass der Kaiser nackt ist und zweitens kann es niemand beantworten. Es hat einen Namen: Cobra-Effekt:

The Cobra Effect is when we start optimising for our measurements and we forget what those measurements are for. And it starts with a story.

philosophyminis auf Instagram:
The Cobra Effect.

Ich finde zum Beispiel sowohl die Zahl der Drogentoten als auch der Verkehrsopfer in den Nachrichten immer sehr interssant, wo es doch in beiden Bereichen politisch absolut keine erkennbare Bemühung gibt, irgendetwas zu ändern.


Nicht erst seit dem sogenannten „Fall Ulmen“ – aber seitdem noch einmal verstärkt – beschäftigen mich zwei Phänomene: Zum einen die Frauen, die sich zB im Reality-TV, auf Insta oder YouTube als willig und „dominiere mich“ öffentlich inszenieren (und das teils auch als ihre Form von „Feminismus“ bezeichnen).
Und zum anderen, deutlich subtiler: Die uns täglich im Fernsehen präsentierte Misogynie:

Die Professorin Angela Dorrough hat untersucht, wie sich misogyne Medieninhalte auf das Publikum auswirken. Ihr Fazit: Mit dem Konsum wächst die Frauenfeindlichkeit – und der Effekt könnte sich in Zukunft noch verstärken.

Interview von Claudia Reinhard mit Angela Dorrough im Tagesspiegel:
Frauenfeindlichkeit in den Medien: „Wer ,Der Bachelor’ schaut, blickt danach mit mehr Vorurteilen auf Frauen“

Ungefähr so etwas ist der Grund, warum ich solches Zeug gucke: Mich interessiert es gesellschaftlich.

Cover Malcolm F: Circles & Squares

Schaffen wir die 3000 Streams?
Das neue Album CIRCLES & SQUARES.
Seit dem 26.1. auf diesen und allen anderen Streaming-Diensten.

4 Kommentare

  1. Und dann denke ich, wenn man solches Zeug guckt, ob als gesellschaftlich-soziologischem Interesse oder ironisch oder wie auch immer – es zählt als Zuschauer und bringt Klicks und Geld und schon gibt es mehr davon, weil es das Publikum will :/

  2. Ich finde es reichlich seltsam sowas zu schauen, weil mensch ja wissen muss, wie das funktioniert.

    Es ist nach sehr kurzem Konsum klar. Es erwächst keine neue Erkenntnis. Die Erzählmuster und Protagonist:innen rotieren nur durch. Es fehlt nichts, wenn mensch das weglässt, außer herrlichem Nichtwissen von nicht Wissenswertem.
    Und Zeitverlust für spannendes und erfüllendes. Der fehlt auch.

    Nicht vom hohen Ross gesprochen. Ich verstehe es nur wirklich kein bisschen.

    1. Wenn Sie innerhalb des Systems einer einzelnen Sendung bzw eines „Formates“, wie es ja inzwischen heißt, bleiben, dann kann ich da sehr zustimmen. Betrachtet man mehrer Formate nacheinander, auch mehrere Staffeln des selben hintereinander und das Ganze über Jahre ändert sich sehr viel.
      Zum Beispiel die inzwischen allgemeingültige Regel, dass es natürlich „Jungs gegen Mädchen“ geht, ist relativ neu.

      Wenn man mit einbezieht, dass Reality-TV eine Art Schnittstelle ist, an der imho abstruse Social-Web-Charaktäre in der Welt in Erscheidng treten, die viele von uns noch als die echte ansehen – weil im TV zu sehen – und damit gezeigte Verhaltens- und Denkweisen eine Art Daseinsberchtigung, mindetens aber Billigung und einen gewissen Vorbildcharakter bekommen, dann wird das alles sehr interessant – hier liegt sich mein Hauptinteresse.

      Auch die Entwicklung von einzelnen Personen, die schon seit Jahren in jedem neuen Formaten teilnehmen, sowie der Blick auf die Personen, die mal eine Sendung verlassen müssen und dann auch im TrashTV kein Bein mehr an die Erde bekommen, weil ihr Verhalten missbilligt wird, ist super-spannend. Denn auch dort gibt es eine fine line des sag- und machbaren bzw eben des nicht mehr tragbaren und die zB interessiert mich sehr.

      Abschließend: Fast jede der Darstellerinnen nimmt für sich in Anspruch, ein stabiles Wertesystem zu haben und zu beobachten, wo die Werte sind und wo sie nur dienen, andere niederzumachen und wo sie auch für eigenes Verhalten relevant sind – alleine darüber könnte man einen eigenen Artikel schreiben.

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